Duale Ausbildung

Die duale Ausbildung ist die in Deutschland häufigste Ausbildungsvariante.

Sie kombiniert praktische Phasen im Unternehmen mit dem Besuch einer staatlichen Berufsschule.

Mit dieser Form der Ausbildung erlangt man nach zwei bis dreieinhalb Jahren einen Berufsabschluss.

  • Ablauf der dualen Ausbildung

    Die duale Ausbildung ist deutschlandweit einheitlich durch die Ausbildungsordnung geregelt. Das sorgt dafür, dass alle Arbeitgeber auf die gleichen Qualifikationen der Fachkräfte zurückgreifen können. Alle Auszubildenden sollen dasselbe Wissen vermittelt bekommen und einheitliche Fähigkeiten vorweisen können.

    Während der Ausbildung ist der Auszubildende an drei bis vier Tagen pro Woche im Unternehmen und an ein bis zwei Tagen in der Berufsschule. Die genaue Tageszahl hängt vom Beruf und dem Lehrjahr ab. Ein weiteres gängiges Modell ist die Verteilung auf Blöcke. Dabei kann der Azubi Blöcke von mehreren Wochen an der Berufsschule durchlaufen und arbeitet ansonsten Vollzeit im Betrieb.

  • Aufgaben des Ausbildungsbetriebes

    Die Aufgaben des Ausbildungsbetriebes sind die Vermittlung von fachlichen Fertigkeiten und Kenntnissen sowie die Schulung der praktischen Anwendung. Außerdem wirkt er an der charakterlichen Entwicklung des Azubis im beruflichen Umfeld mit – fördert also dessen Teamfähigkeit und soziale Kompetenz im Umgang mit Kollegen.

  • Aufgabe der Berufsschule

    Jugendliche, die eine duale Ausbildung durchlaufen, unterliegen der Berufsschulpflicht. Die Aufgabe der Schule ist es, überwiegend theoretische und berufsbezogene Lehrinhalte zu vermitteln. Betriebliche Anforderungen sollen dabei berücksichtigt werden.

    Erst mit abgeschlossenem Berufsausbildungsvertrag kann der Arbeitgeber den neuen Schützling an der Berufsschule anmelden. Die Ausbildung an den Berufsschulen wird durch das Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes geregelt unter Berücksichtigung des Ausbildungsberufsbildes, des Ausbildungsrahmenplans und der Prüfungsanforderungen. Die zuständige Kammer ist für die Kontrolle der Berufsschulen verantwortlich.

  • Ausbildungsvertrag

    Damit wirklich alle Rahmenbedingungen des Ausbildungsverhältnisses einwandfrei geklärt sind, ist zwingend ein Ausbildungsvertrag abzuschließen. Der Ausbildungsvertrag schreibt unter anderem die Ausbildungsvergütung, die Arbeitszeiten, das Ausbildungsziel, Anfangs- und Enddatum und die gegebenenfalls anzuwendenden Tarifverträge fest. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren müssen die Erziehungsberechtigten ebenfalls unterschreiben.

  • Ausbildungsvergütung

    Das Berufsbildungsgesetz verlangt lediglich, dass einem Auszubildenden eine „angemessene“ Vergütung zu zahlen ist, die ihn finanziell unterstützt und seine Leistung zumindest ansatzweise entlohnt. Was genau „angemessen“ ist, wird in der Regel in den Tarifverträgen der jeweiligen Branche festgelegt. Ist das Unternehmen nicht an einen Tarifvertrag gebunden, muss es mindestens 80 % dessen zahlen, was andere Unternehmen derselben Branche als Ausbildungsvergütung gewähren, bzw. der für die Branche ausgesprochenen Empfehlung entsprechen.

    Die IHK prüft die Vergütungsvereinbarungen und verweigert gegebenenfalls die Eintragung des Ausbildungsvertrages. Im Durchschnitt verdient ein Azubi zwischen 250 und 1000 € brutto im Monat. Ein Betrieb, der regelmäßig Überstunden einfordert, muss auch diese angemessen entlohnen oder einen entsprechenden Freizeitausgleich anbieten.

  • Gehaltsrechner – wie viel Netto bleibt vom Brutto?

    In deinem Ausbildungsvertrag wird dein Lohn bzw. Gehalt festgeschrieben. Allerdings sind einige Jugendliche dann enttäuscht, was von dem festgeschriebenen Bruttoentgelt nach Abzug aller Verpflichtungen auf dem Konto landet.

    Mit dem AOK-Gehaltsrechner kannst du unkompliziert errechnen, welche Steuer- und Sozialversicherungsabzüge im konkreten Fall gelten und mit wie viel Geld du tatsächlich rechnen kannst.

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Arbeitszeiten in der Ausbildung

Von wann bis wann du genau arbeiten musst, hängt vom Job, der Branche, dem Unternehmen und deinem Chef ab. Manche Firmen bestehen auf einen Arbeitstag von neun bis 18 Uhr, andere erlauben Gleitzeit. Grundsätzlich darf die Arbeit nicht vor sechs Uhr morgens beginnen oder nach acht Uhr abends enden.

Wer eine Bäckerlehre macht, muss mitunter schon um vier in der Backstube stehen. Wer in der Gastronomie lernt, hat erst um 22 Uhr Feierabend.

Unabhängig von der eigentlichen Tätigkeit muss man zwischen minderjährigen und volljährigen Auszubildenden unterscheiden. Die Unterschiede und Ausnahmen werden im Jugendschutzgesetz geregelt.

Sobald du volljährig bist, gelten nur noch die Regelungen des „normalen“ Arbeitsrechts. Dein Arbeitstag darf dann jederzeit beginnen oder enden.

 

  • Acht Stunden pro Tag plus eine Stunde Pause

    Für minderjährige Azubis ist nach acht Stunden pro Tag Schluss. Mal eine halbe Stunde länger ist erlaubt, solange eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden nicht überschritten wird.

    Außerdem hast du ein Anrecht auf regelmäßige Pausen. Als Pause gilt eine Auszeit übrigens erst, wenn sie mindestens 15 Minuten dauert. Raucherpausen sind damit nach dem Arbeitsrecht keine Pausen und müssen individuell mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden. Wer einen vollen Achtstundentag arbeitet, dem muss eine 60-minütige Pause gewährt werden – und zwar am Stück. Wer zwischen viereinhalb und sechs Stunden arbeitet, hat Anrecht auf 30 Minuten Pause.

  • Freie Wochenenden sind Gesetz

    Für Minderjährige in einer beruflichen Ausbildung besteht die Arbeitswoche aus fünf Arbeitstagen und geht von Montag bis Freitag. Die Wochenenden sieht das Jugendarbeitsschutzgesetz als grundsätzlich frei an. Aber auch hier gibt es wieder Ausnahmen. In der Gastronomie oder im Handel darfst du auch am Samstag, in der Gastronomie sogar jeden zweiten Sonntag eingesetzt werden.

    Allerdings muss dein Arbeitgeber dann dafür sorgen, dass du zu einem anderen Zeitpunkt in der Woche zwei aufeinanderfolgende Tage frei hast.

  • Arbeiten an Feiertagen

    Nahezu dieselben Ausnahmen gelten für die Feiertage. Am 24. und 31. Dezember ist in jedem Fall, unabhängig von der Branche, um 14 Uhr Feierabend. Der 25. Dezember, Neujahr, der erste Osterfeiertag und der Tag der Arbeit (1. Mai) sind immer und ausnahmslos frei für dich – bis du volljährig wirst.

Das Berichtsheft

Als Auszubildender musst du über deine Ausbildung Bericht führen. Doch das ist mehr als nur eine Pflicht.

Beim Ausfüllen des Heftes gehst du all deine Aufgaben gedanklich noch einmal durch. Du erkennst auf diese Weise, wie weit du dich schon entwickelt hast und wo du noch weiterkommen willst. So kannst du das Beste aus deiner Ausbildung herausholen.

Üblicherweise muss der Ausbildungsbetrieb ein Ausbildungsnachweisheft zur Verfügung stellen. Sei einen Schritt voraus.

Bausteine des Ausbildungsnachweisheftes:

>> Persönliche Angaben

>> Ausbildungsplan

>> Wochenübersicht

>> Skizzenblatt

Prüfungen und Abschluss

Um die duale Ausbildung erfolgreich abschließen zu können, musst du dich der Zwischenprüfung und der Abschlussprüfung stellen.

Die Zwischenprüfung dokumentiert deinen Fortschritt und deinen aktuellen Wissensstand. Meisterst du am Ende der Ausbildung auch noch die Abschlussprüfung, hast du deine duale Ausbildung erfolgreich absolviert.

Aber auch nach der Ausbildung muss mit dem Lernen noch lange nicht Schluss sein. Weiterbildungen, eine Zweitausbildung oder auch ein Studium an einer Hochschule ermöglichen dir immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben und bieten gute Karrierechancen.

In handwerklichen Berufen wird die Abschlussrüfung auch Gesellenprüfung genannt. Dort musst du sowohl eine theoretische als auch eine praktische Teilprüfung ablegen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

Struktur

zwei Lernorte – in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb

Ausbildungsberufe

rund 330 Ausbildungsberufe mit Schwerpunkt auf kaufmännischen
und gewerblich-technischen Berufen

Dauer

zwei bis dreieinhalb Jahre

Voraussetzungen

kein bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt

Gehalt

festes Monatsgehalt als Vergütung

Inhalte

betriebliche Ausbildung ist oft sehr speziell und vertieft