Schulische Ausbildung

Fast ein Fünftel der Jugendlichen absolviert eine schulische Ausbildung. Dabei ist nicht vordergründig der Schulabschluss ausschlaggebend, sondern der Zukunftswunsch. Bestimmte Berufe werden in Deutschland nur in einer schulischen Ausbildung angeboten.

Das theoretische Wissen wird oft durch Praktika zusätzlich angereichert.

Wie ist die schulische Ausbildungsform entstanden?

  • Durch die Industrialisierung entstanden eine ganze Reihe von Berufen, die nicht in die handwerklich-industriellen Bereiche passten. Trotzdem erforderten sie eine Fachkräfteausbildung.
  • Ein hoher Bedarf an Assistenzberufen mit Spezialqualifikationen entstand und forderte eine neue Form der Ausbildung.
  • Der Gesundheits- und Sozialbereich wuchs rasant an und gewann immer mehr an Bedeutung.
     

Schule mit schulischen Ausbildungen

Schulische Ausbildungsmöglichkeiten sind vor allem im technischen Bereich sowie im Gesundheits- und Sozialwesen verbreitet. Hier findest du eine Auswahl an schulischen Ausbildungsberufen:

 

Technik:

Medizinisch-technische/r Assistent/in

Biologisch-technische/r Assistent/in

Schiffsbetriebstechnische/r Assistent/in

Gestaltung:

Medienassistent/in

Musiker/in

Foto- und medientechnische/r Assistent/in

Sozialwesen:

Erzieher/in

Sozialassistent/in

Schriftdolmetscher/in

Gesundheitswesen:

Gesundheits- und Krankenpfleger/in

Altenpfleger/in

Physiotherapeut/in

Fremdsprachenbereich:

Dolmetscher/in

Fremdsprachenkorrespondent/in

Diese Form der Ausbildung wird meist ausschließlich an einer schulischen Einrichtung absolviert und wird daher auch als „vollschulische Ausbildung“ bezeichnet. Die Schulkonzepte sind in der Regel nur schwer miteinander zu vergleichen. Es gibt daher keine einheitlichen Regelungen für die Durchführung. Allerdings gibt es bestimmte Bedingungen, die zumindest einen einheitlichen Rahmen geben.

Ausbildungsdauer

Eine schulische Ausbildung dauert in der Regel zwischen einem und dreieinhalb Jahren. Mit einem ein- bis zweijährigen Besuch an der Berufsfachschule erlangst du eine berufliche Grundbildung. Eine direkte Berufsausbildung schließt du hingegen nach zwei bis dreieinhalb Jahren ab. Die Verantwortung hat alleinig der Ausbildungsträger – sprich: das Bundesland oder die einzelne Schule. Durchschnittlich drei Praktika füllen dabei die Ausbildungszeit mit Leben. Gerade im Gesundheitsbereich verfügen die Schulen über intensive Kooperationen mit Unternehmen.

Berufsfachschule

Die meisten Auszubildenden an Berufsfachschulen haben einen Realschulabschluss, manchmal werden aber auch Hauptschüler angenommen.

Je nach Berufsfachschule hast du auch die Möglichkeit, parallel zur Ausbildung deinen Realschulabschluss oder sogar die Fachhochschulreife nachzuholen. In dem Fall gehst du nicht nur mit einer Berufsausbildung, sondern auch mit einem höheren Schulabschluss von der Berufsfachschule.

  • Besonderheiten
    • An manchen Institutionen musst du für die Aufnahme auch einen Eignungstest durchführen.
    • Im Gesundheitsbereich werden außerdem häufig Gesundheitszeugnisse erwartet.
    • Manchmal ist außerdem ein Mindestalter Voraussetzung, welches meist zwischen 16 und 18 Jahren liegt.
    • Es gibt staatliche Berufsfachschulen, die du kostenfrei besuchen kannst. Im Gegensatz dazu sind die privaten Berufsfachschulen kostenpflichtig.
    • Es gibt feste Anmeldezeiten und -fristen für schulische Ausbildungen, die an den Berufsfachschulen ganz unterschiedlich sein können. Hier lohnt es sich, sich rechtzeitig zu informieren!
  • Gehalt in der schulischen Ausbildung

    Grundsätzlich erhältst du in der schulischen Ausbildung keine Vergütung. Teilweise werden Gebühren für dich fällig. Neben den staatlichen Berufsschulen gibt es auch private Einrichtungen. Hier musst du mit Gebühren rechnen, um deine schulische Berufsausbildung machen zu können. An einer staatlichen Berufsfachschule zahlst du zwar in der Regel keine Schulgebühren, erhältst aber dennoch meist keine Vergütung – eine Ausnahme bildet hier zum Beispiel die Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in, die vergütet wird.

  • Förderung

    Du bekommst zwar meist keine Vergütung, aber es gibt Möglichkeiten, deine Berufsausbildung zu finanzieren: So kannst du zum Beispiel BAföG beantragen. Um deinen Förderungsanspruch geltend machen zu können, musst du gewisse Anforderungen erfüllen. Je nachdem, wie du aufgestellt bist, fällt auch die Höhe deiner finanziellen Unterstützung aus. Ein Faktor ist hier zum Beispiel das Einkommen deiner Eltern: Je höher dieses ist, desto geringer ist dein BAföG-Anspruch – eventuell hast du sogar gar keinen Anspruch. Informiere dich deshalb vorab genau. Wird dein Antrag gestattet, wird dir die Förderung monatlich ausgezahlt.

  • Abschluss

    In der Regel bekommst du einen staatlich anerkannten und damit vollwertigen Berufsabschluss. Hierbei ist es wichtig, dass du darauf achtest, dass dieser in ganz Deutschland und nicht nur in dem entsprechenden Bundesland anerkannt ist.

    Die Abschlussprüfung besteht aus einer schriftlichen und einer praktischen mündlichen Prüfung.

Das Wichtigste zusammengefasst:

Struktur

ein Lernort: ausschließlich an der Berufsfachschule, eventuell Praktika in Unternehmen

Ausbildungsberufe

vor allem Gesundheits-, Sozial- oder Medienberufe

Dauer

ein bis dreieinhalb Jahre

Voraussetzungen

meist Realschulabschluss, teilweise auch Hauptschulabschluss

Gehalt

bis auf einzelne Ausnahmen gibt es keine Vergütung;
bei privaten Schulen muss man sogar Gebühren bezahlen,
aber man kann finanzielle Unterstützung wie BAföG beantragen

Inhalte

generell, weniger tief in der Arbeitspraxis drin, deshalb mehr Spielraum für Weiterentwicklung

Wertigkeit

von der Wertigkeit ist die schulische der dualen Ausbildung gleichgestellt