Finanzielle Absicherung

Dein erstes eigenes Gehalt ist auf dem Konto – schon gehen Rechnungen für Handy, Auto, Versicherungen oder Miete ab. Plötzlich ist vom hart verdienten Geld gar nicht mehr soviel übrig.

Es ist gut zu wissen, welche staatliche Unterstützung es gibt, die dir in deiner Ausbildung finanziell unter die Arme greift. Einen Überblick über mögliche finanzielle Hilfen geben wir dir.

Kindergeld

  • Kindergeld während Ausbildung und Studium

    Kindergeld ist nicht nur für Kinder da – auch Jugendliche erhalten bis zum 18. Geburtstag automatisch Kindergeld (KiG).

    Du bist noch keine 18 Jahre und befindest dich aktuell in einer Übergangszeit, zum Beispiel zwischen Schulabschluss und Ausbildungs- oder Studienbeginn? Wenn die Übergangzeit einen Zeitraum von vier Monaten nicht überschreitet, kann Kindergeld erhalten, wer …

    • ein Praktikum macht, das einen fachlichen Bezug zum angestrebten Beruf hat.
    • einen Freiwilligendienst leistet, zum Beispiel einen Bundes-Freiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr.

    Die Höhe des Kindergeldes beträgt seit dem 1. Januar 2021 in der Regel mindestens 219 € im Monat. Die Familienkasse prüft regelmäßig, ob die Voraussetzungen für die Zahlungen noch vorliegen. Im Fragebogen wird ermittelt, ob

    • das Kind sich noch in Deutschland aufhält,
    • das Kind weiterhin im Haushalt der Eltern lebt oder
    • das Kind noch in Schul-/ Berufsausbildung ist.
  • Kindergeld ab 18 Jahren

    Als volljähriges „Kind“ erhältst du – auf Antrag – weiterhin Kindergeld, wenn du zum ersten Mal eine Schul- oder Berufsausbildung beziehungsweise ein Studium absolvierst.

    Dieser Antrag kann grundsätzlich nur durch Eltern gestellt werden, insofern sich der Wohnsitz bzw. gewöhnliche Aufenthalt in Deutschland befindet. Zuständig ist die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit.

    Du machst eine zweite Ausbildung (Schul-, Berufsausbildung oder Studium) und arbeitest maximal 20 Wochenstunden? Auch dann kannst du Kindergeld beziehen. Solange nachweisbar ist, dass du dich in einer Berufsausbildung oder im Studium befindest, ist der Kindergeldbezug bis zum 25. Geburtstag möglich.

    Du hast keinen Ausbildungsplatz gefunden? Wenn du noch keine 21 Jahre alt und bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitssuchend gemeldet bist, kann für dich Kindergeld weitergezahlt werden.

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Deine Ausbildungsvergütung reicht nicht aus, um deine Miete für Wohnung, Lebensmittel und anderes zu bezahlen? Mit der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) unterstützt dich die Bundesagentur für Arbeit während deiner Ausbildung in bestimmten Fällen mit einem monatlichen Zuschuss.

Du solltest bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit du Anspruch auf BAB hast.

  • Voraussetzungen
    • Du nimmst an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) teil.
    • Du machst eine (außer)betriebliche Ausbildung und dein Betrieb ist zu weit entfernt, um zu Hause wohnen zu bleiben.
    • Du machst eine (außer)betriebliche Ausbildung und bist über 18 Jahre alt oder verheiratet oder lebst mit deinem Partner zusammen.
    • Du machst eine (außer)betriebliche Ausbildung und hast mindestens ein Kind und lebst nicht in der Wohnung deiner Eltern.
  • Achtung! Du hast keinen Anspruch auf BAB, wenn ...
    • du eine schulische Ausbildung machst (z. B. Erzieher, Physiotherapeut) oder
    • du bereits Leistungen von einer anderen Behörde bekommst, die mit BAB vergleichbar sind.

    Quelle: Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) – Bundesagentur für Arbeit (arbeitsagentur.de)

  • Wie lange zahlt die Bundesagentur für Arbeit BAB?

    Gezahlt wird für die Dauer deiner Berufsausbildung. Du stellst deinen Antrag am besten vor Beginn deiner Berufsausbildung bei der Bundesagentur für Arbeit.

    Die Höhe der BAB richtet sich je nach Ausbildungsstätte und Lebenssituation, d. h. wie du künftig wohnen wirst, ob allein in einer eigenen Wohnung oder in einer WG, weil die Miete dort geringer ausfällt.

    Eigenes Einkommen wird grundsätzlich voll angerechnet, plus das Einkommen der Person, mit der du verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft verbunden bist. Das Einkommen deiner Eltern zählt nur dann, wenn es bestimmte Freibeträge übersteigt. Weiterführende Informationen findest du bei der Bundesagentur für Arbeit.

BAföG während Schule, Studium und Ausbildung

Die Basis für beruflichen Erfolg ist eine gute Ausbildung. Nicht immer kann die Familie Studierende oder Schüler ausreichend finanziell unterstützen. Dann hilft das BAföG weiter.

BAföG kennt jeder – das Bundesausbildungsförderungsgesetz, das hinter der Abkürzung steht, kaum jemand. Das Gesetz regelt, wer während der Ausbildung oder des Studiums einen Anspruch auf finanzielle Unterstützung hat.

Das BAföG ermöglicht es Jugendlichen und jungen Erwachsenen einer Ausbildung nachzugehen, die ihren Fähigkeiten und Interessen entspricht, unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation – zum Beispiel dann, wenn Eltern die Ausbildung nicht mitfinanzieren können. Das zuständige Amt für Ausbildungsförderung klärt dich über Detailfragen und persönliche Konstellationen auf. Dort stellst du auch deinen Antrag per Post oder elektronisch.

Übrigens: Studierende, Schülerinnen und Schüler, die das 15. Lebensjahr vollendet haben, können den BAföG-Antrag selbst stellen (§ 36 Abs. 1 Satz 1 SGB I).