Willkommen im Studium

Du willst studieren, das steht fest. Und nun? Du hast die Qual der Wahl, denn an den circa 400 staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland werden derzeit rund 18.000 Studiengänge angeboten.

An erster Stelle aber steht die Frage: Fachhochschule oder Universität?

Die Fachhochschule ist stärker „verschult“; der Eigenanteil an der Studienorganisation ist daher geringer. Es gibt fixe Stundenpläne, nach denen man sich zu richten hat. Die Seminare sind oft kleiner, die Inhalte praxisorientierter als an einer Universität.

Die Universität ist noch immer der „Hort der Wissenschaft“. Dementsprechend wird in den Vorlesungen mit manchmal mehreren Hundert Studierenden und in den Seminaren eher auf theoretische Grundlagen eingegangen. Da die Fächerkombination freier wählbar ist, ist die Fähigkeit zur Selbstorganisation stärker gefragt.

  • Uni oder Fachhochschule?

    Für die meisten Berufe in der Forschung ist ein Studium an einer Universität Voraussetzung. Medizinische Studiengänge (Human- und Tiermedizin, Zahnmedizin, Pharmazie) gibt es sogar nur dort. In manchen Unternehmen herrscht zudem leider bis heute die Annahme, dass nur ein Universitätsstudium ein „richtiges“ Studium ist und zu einer Führungsposition befähigt. Faktisch haben sich FHs und Universitäten aber seit dem Bologna-Prozess, also der Einführung der Bachelor- und Master-Abschlüsse, einander angenähert. Die Unterschiede sind lange nicht mehr so groß wie noch vor einigen Jahren.

  • Technische Universität und private Hochschule

    Noch ähnlicher sind sich „normale“ Universität und Technische Universität. Letztere bietet vor allem naturwissenschaftliche und technische Studiengänge an und besitzt bei diesen oft einen hervorragenden Ruf.

    Private Hochschulen dürfen genau wie Unis, TUs und FHs akademische Grade vergeben, sind aber in privater Trägerschaft. Sie können ebenso den Rang einer Fachhochschule wie den einer Universität einnehmen. Derzeit gibt es rund 120 nichtstaatliche Hochschulen in Deutschland, außerdem 40 kirchliche. Der Ruf der privaten Hochschulen variiert stark; manche sind aber sogar international bekannt, da sie seltene Studienfächer auf hohem Niveau unterrichten.

Die Größe der Hochschule

Bestimmt nicht der Studiengang den Standort – weil er beispielsweise nur an dieser Hochschule angeboten wird –, sind oft die persönlichen Vorlieben für die Wahl der Hochschule entscheidend. In Großstädten ist mehr los, dafür kümmern sich Kleinstädte oft mit besonderen Angeboten um ihre Studierenden; an großen Universitäten gibt es mehr Auswahl an Nebenfächern und Zusatzangeboten, an kleinen sind die Wege kürzer und die Verwaltung ist oft ansprechbarer.

Ob deine Vorlesungen überlaufen sind oder nicht, hängt dagegen einzig vom Fachbereich ab. An großen Universitäten residieren einzelne Fachbereiche in Gebäuden weitab vom Haupt-Campus – und dort kann es, trotz der mitunter mehreren Zehntausend Studierenden, durchaus familiär und gemütlich sein.