Lernen will gelernt sein

Der Lernstoff ist auf dem Tisch. Der gute Wille ist da. Aber du hast das Gefühl, das Gelernte ist ruckzuck wieder vergessen. Es fehlt dir an den richtigen Lerntechniken! Denn Lernen kannst du lernen.

Wir stellen dir hier einige allgemeine Techniken und Verhaltensweisen vor, die dir beim Lernen helfen.

Teamwork statt Einzelkampf. Gemeinsam lernt es sich schneller und leichter. In einer Gruppe lässt sich der Lernstoff gut aufteilen – so profitieren alle von der Arbeit Einzelner. Gleichzeitig hilft es jedem, wenn er seinen Teil den anderen vorträgt.

Perspektivwechsel. Lerne so, als müsstest du es anderen erklären. Am besten machst du es auch wirklich. Auf diese Weise erkennst du Verständnislücken schneller, wiederholst den Lernstoff und verstehst die Bedeutung des Gelernten nachhaltiger.

Verständnis. Es reicht nicht, Daten und Fakten auswendig zu lernen – du musst verstehen, um was es wirklich geht. Nur das haftet nachhaltig.

Zusammenfassungen. Gut zusammengefasst ist halb gelernt. So hast du alle wichtigen Informationen gut strukturiert und an einem Ort. Wichtig: Fasse die wichtigen Inhalte möglichst knapp in eigenen Worten zusammen; das trainiert und zwingt dich, die Inhalte auch zu verstehen. Mindmaps und Tabellen können helfen. Dazu später mehr.

Mit der Hand schreiben. Warum? Es dauert länger, Informationen werden gefiltert und umformuliert. Du bist gezwungen, das Gehörte und Gelesene neu zu verarbeiten. Mit der Hand schreiben aktiviert das motorische Gedächtnis.

Pausen. Schau dir unsere Tipps beim Thema Lernstruktur an.

Wir stellen dir gleich vier Techniken vor. Nicht jede funktioniert für jeden gleich gut – wähle diejenigen Techniken, die zu dir passen. Einige brauchen auch ein wenig Übung. Lass dich nicht abschrecken!

  • Die LOCI-Methode oder „Eselsbrücken“

    Die LOCI-Methode beruht auf Assoziationen und stammt von den antiken Griechen und Römern. „Loci“ kommt vom lateinischen „locus“, der Platz. Abstrakte Informationen werden mit konkreten alltäglichen Dingen verknüpft. Bilder und Zusammenhänge werden kombiniert und im Gedächtnis verankert.

    Die Methode ist einfach und funktioniert garantiert. Sie besteht aus vier Schritten:

    • Schritt 1: Suche dir einen bekannten Platz (z. B. Küche) und wähle dort bestimmte Wegpunkte aus (z. B. Kühlschrank, Spüle, Backofen, Mikrowelle, Tisch, Gewürzregal).
    • Schritt 2: Lege eine Reihenfolge und eine Route für diese Punkte an, die du dir gut merken kannst, z. B. vom Kühlschrank zum Geschirrschrank zum Tisch zum Backofen zur Mikrowelle.
    • Schritt 3: Verknüpfe einen Lerninhalt mit einem der Routenpunkte. Beachte dabei die Reihenfolge. Die Lerninhalte sollten sich logisch an deiner mentalen Route aufbauen. Beispiel: Kühlschrank = Inhaltsüberblick von Faust 1, Geschirrschrank = Personenkonstellation, Tisch = Figur Mephisto, Backofen = Figur Faust, Mikrowelle = Bedeutung Gretchen etc.
    • Schritt 4: Mach jetzt einen „geistigen Spaziergang“ durch deine Küche und rufe dabei die abgelegten Informationen ab.
  • Die ABC-Methode oder „Stadt–Land–Fluss“

    Diese Methode eignet sich vielfältig. Sie kann als Wortsammlung genutzt werden oder aber zur Wiederholung eines Themas. Du kannst damit auch Fachbegriffe zu einem Thema sammeln. So bekommst du einen ersten Überblick über dein Wissen zu dem jeweiligen Thema.

    • Schritt 1: Du nimmst ein Blatt und schreibst das gesamte ABC untereinander. Für jeden Buchstaben lässt du eine Zeile frei.
    • Schritt 2: Du schreibst möglichst zu jedem Buchstaben einen Begriff, der dir zu deinem Thema einfällt. Beispiel Faust 1: A = Auerbachs Keller, B = Brunnen, C = ?, D = Dialog zwischen Faust und Mephisto, E = ?, F = Faust, G = Goethe, H = Himmel (Prolog im Himmel) etc.
    • Schritt 3: Du sortierst die Begriffe und kannst konkreter dein Wissen vertiefen.
  • Mindmap

    Die Mindmap ist eine Gedächtnislandkarte. Die Methode eignet sich besonders für komplexe und umfangreiche Themen. Du kannst mit ihr Zusammenhänge sehr plakativ grafisch aufarbeiten und darstellen.

    Du beginnst mit dem zentralen Kernthema in der Mitte und arbeitest dich von dort aus Schritt für Schritt bzw. Ast für Ast nach außen vor. So bekommst du eine gut strukturierte Darstellung, in der du die wichtigsten Informationen erkennen kannst.

    • Schritt 1: Du legst den Mittelpunkt fest. Was ist der zentrale Begriff? Beispiel Faust 1: Der Pakt mit dem Teufel.
    • Schritt 2: Du benennst die Äste und Zweige. Was gehört alles zu dem zentralen Thema? Beispiele: Faust und die Wissenschaft, Prolog im Himmel, Auerbachs Keller etc.
    • Schritt 3: Feinheiten und Details einfügen. Am besten nimmst du hierfür farbige Stifte, um Bezüge und Zusammenhänge verdeutlichen zu können, z. B. Zitate.

    Beispiele und Vorlagen für Mindmaps findest du im Internet als Software oder App. Einfach „Mindmap erstellen“ googeln.

  • SQ3R-Methode oder „Besser lesen leicht gemacht“

    Mit der SQ3R-Methode kannst du komplizierte Texte besser verstehen. Das Kürzel steht für Survey (Überblick), Question (Fragen), Read (Lesen), Recite (Wiedergeben) und Review (Rückblick).

    • Schritt 1, Survey: Du beginnst mit dem Inhaltsverzeichnis, den Überschriften, ggf. der Zusammenfassung und verschaffst dir einen Überblick über das Thema.
    • Schritt 2, Question: Du fragst dich, was du an Informationen brauchst. Was willst du wissen? Notiere die Fragen.
    • Schritt 3, Read: Du liest konzentriert den Text. Benutze am besten einen Textmarker und markiere dir wichtige Infos.
    • Schritt 4, Recite: Du wiederholst und rekapitulierst kapitelweise den Text. Was war wichtig? Beantworte deine Fragen aus Schritt 2 in eigenen Worten. Als Unterstützung kannst du auch eine Mindmap erstellen.
    • Schritt 5, Review: Du gehst deine Notizen nochmal durch und überprüfst sie auf Vollständigkeit. Versuche auch, an bereits Gelerntes anzuknüpfen und Zusammenhänge zu erkennen.

    Bei der Anwendung der SQ3R-Methode hilft dir das Arbeitsblatt.