AOK Plus Bewerbungsplaner

Assessmentcenter (AC)

Viele Unternehmen setzen bei der Auswahl neuer Mitarbeiter, Auszubildender oder dual Studierender auf Assessmentcenter. Dort werden alle Bewerber auf Herz und Nieren geprüft. Bleib entspannt – eine gute Vorbereitung auf das Assessmentcenter macht viele der Tests zum Kinderspiel.

Ein Assessmentcenter ist eine Möglichkeit für Unternehmen, Bewerber miteinander zu vergleichen. Das meist mehrtägige Gruppenauswahlverfahren kombiniert Einzel- und Gruppenübungen, um Fähigkeiten abzuprüfen, die für die ausgeschriebene Stelle wichtig sind. Natürlich informiert kein Unternehmen im Vorfeld darüber, welche Übungen genau zu absolvieren sind. Oft aber lässt sich in Foren und auf Bewertungsplattformen einiges über den genaueren Ablauf erfahren. Und viele der AC-Bausteine sind aufgrund ihrer hohen Aussagekraft stark standardisiert.

Was wird im Assessmentcenter geprüft?

Manche Bewerber glauben, wenn sie sich in jeder Minute als der hochmotivierte Macher darstellen, sind die Personalmanager beeindruckt. Die aber sind erfahren genug, um Schauspielerei zu durchschauen. Außerdem ist gar nicht immer die geborene Führungspersönlichkeit gesucht – schon gar nicht für einen Ausbildungsplatz. Hier geht es erst einmal darum, mit Stress zurechtzukommen, sich gut in ein Team zu integrieren und einen guten Ton mit den Vorgesetzten zu finden. Fachkompetenz wird nicht geprüft, denn die soll ja erst noch erworben werden. Wichtiger ist, wie schnell sich ein Kandidat in neuen Situationen zurechtfindet.

Wie läuft ein Assessmentcenter ab?

In der Regel sitzen sich beim AC eine Gruppe von etwa zehn Bewerbern, mehrere Personalmanager und Führungskräfte gegenüber. Nach einer Vorstellungsrunde und einem Überblick über den weiteren Ablauf beginnen die ersten Übungen. Mittags gehen alle Bewerber miteinander essen und auch dabei wird ein Auge auf ihr Verhalten in der Gruppe geworfen.

 

Typische Übungen im Assessmentcenter

  • Präsentation: Dir wird ein Thema genannt – nicht unbedingt arbeitsbezogen zu dem du innerhalb einer relativ kurzen Zeit eine Präsentation erstellen musst. Diese hältst du anschließend vor der Gruppe. Geprüft wird, ob du mit Stress zurechtkommst, vor Menschen sprechen kannst und gegebenenfalls, wie gut du komplexe Sachverhalte erklärst.
  • Gruppendiskussion: Die Bewerber diskutieren zu einem vorgegebenen Thema; manchmal wird einzelnen Teilnehmern auch eine Meinung zugeteilt, damit die Diskussion möglichst lebhaft wird. Man testet, wie du dich in der Gruppe verhältst. Bist du ein Meinungsführer? Eher schüchtern? Lässt du andere Meinungen gelten? Argumentierst du logisch und überlegt?
  • Verkaufsgespräch: Der Kandidat wird aufgefordert, seinem Gegenüber etwas zu verkaufen – zum Beispiel einen Bleistift oder eine Packung Taschentücher. Dabei geht es nicht nur darum zu zeigen, ob man im Vertrieb Chancen hätte. Die Übung zeigt auch, ob ein Bewerber kreativ denkt und selbst unter Stress neue Lösungen und logische Argumente findet.
  • Interview: Manche Unternehmen integrieren in das Assessmentcenter ein reguläres Vorstellungsgespräch. Bereite dich also auch auf die dort üblichen Fragen vor.
  • Postkorb-Übung: Du erhältst eine Liste von Aufgaben sowie ein „Zeitbudget“ und musst eine Zeitplanung erstellen. Mitunter stehen auch private Aufgaben auf der Liste und es erhält nicht unbedingt derjenige die meisten Punkte, der alles Private als „unwichtig“ einstuft. Die Übung zeigt, wie strukturiert du bist und wie gut du Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit ordnen kannst. 
  • Fallstudie: Dir wird eine – zumeist branchenspezifische – Fallstudie vorgelegt. Natürlich besitzt du noch kein detailliertes Fachwissen über das Unternehmen und die Branche. Aber du solltest dich vorab so umfassend informiert haben, dass du die Rahmenbedingungen und aktuellen Herausforderungen der Branche kennst. Darüber kann der Personalentscheider anhand deines Lösungsvorschlags erkennen, wie gut du konzeptionell arbeitest.

Dein Auftreten im Assessmentcenter

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, oder? Man erwartet von dir ordentliche Kleidung und ein einwandfreies Verhalten. Während des AC solltest du weder auf dein Handy sehen noch Kaugummi kauen. Beim gemeinsamen Mittagessen wird durchaus auch geprüft, ob du grundlegende Tischmanieren besitzt. In den Diskussionen ist deine Meinung gefragt, aber auch deine Fähigkeit, anderen aktiv zuzuhören.

Das alles bedeutet aber nicht, dass das AC völlig spaßfrei sein muss. Im Gegenteil: Am liebsten arbeitet man mit Menschen zusammen, die lachen können und Humor besitzen. Also trau dich, das Assessmentcenter auch ein wenig zu genießen!