AOK Plus Bewerbungsplaner

Vorstellungsgespräch

Deine Bewerbung ist gut angekommen – du wurdest zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Damit du einen sympathischen ersten Eindruck hinterlässt und um keine Antwort verlegen bist, ist eine gute Vorbereitung unverzichtbar.

Letztendlich beginnt ein Vorstellungsgespräch schon einige Tage vor dem eigentlichen Termin. Jetzt solltest du beginnen, die Website des Unternehmens genau zu studieren, deine Garderobe auszuwählen und dir Antworten auf die üblichen Fragen zu überlegen.

Wir helfen dir bei der Vorbereitung.

Kleidung im Vorstellungsgespräch

Deine Kleidung zeigt, wer du bist. Für ein Vorstellungsgespräch solltest du aber ein wenig von deiner Individualität eintauschen gegen ein angepassteres Outfit. In den meisten Branchen gehst du als Mann mit Anzughose, Anzugjacke und Hemd auf Nummer sicher – eine Krawatte muss bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz nicht unbedingt sein. Als Frau liegst du mit einem Rock oder einer Stoffhose und einer Bluse auf jeden Fall richtig. Achte auch auf geputzte, zur Kleidung passende Schuhe. In kreativen Branchen wie beispielsweise der Werbung darfst du dich ruhig etwas individueller kleiden und auch mehr Schmuck tragen, als sonst empfehlenswert wäre.

Dein Übungspartner: dein Spiegelbild

Wichtig für einen guten ersten Eindruck ist aber nicht nur, was du anhast, sondern auch wie du auftrittst. Mimik und Körpersprache sagen mitunter viel mehr aus als Worte. Es ist daher durchaus legitim, ein bisschen vor dem Spiegel zu üben. Eine gerade, aber nicht steife Haltung strahlt Selbstsicherheit aus, ein offenes, ehrliches Lächeln weckt Sympathie. Ein fester Händedruck – kein Schraubstock – lässt erahnen, dass du ein zupackender Mensch bist. Sieh deinem Gesprächspartner dabei in die Augen. Um einen guten ersten Eindruck zu machen, hast du nur 30 Sekunden – nutze sie!

Die Fragen beim Vorstellungsgespräch

Die ersten Minuten widmet dein Gegenüber sicher den üblichen Höflichkeitsfloskeln, beispielsweise der Frage, ob du eine gute Anreise hattest. Doch auch am Smalltalk merken versierte Personalmanager bereits, wie kommunikativ der Bewerber ist.

„Erzählen Sie uns ein wenig von sich.“

Meist wird mit dieser Frage von der Begrüßung zum eigentlichen Vorstellen übergeleitet. Lege dir vorab in Stichpunkten einen Text zurecht. Er sollte mindestens drei Minuten dauern und positiv klingen. Sprich nicht über Misserfolge, sondern über deine Erfolge und Ziele, eingebettet in einen kurzen Überblick über dein Leben. Betone die Erfahrungen und Kenntnisse, die für das Unternehmen von Nutzen sind. Vermeide aber, diese Selbstdarstellung auswendig zu lernen – sie wirkt dann schnell nicht mehr authentisch.


Diese Punkte sollte deine Selbstdarstellung beinhalten:

  • Deinen vollen Namen, dein Alter und deinen derzeitigen Wohnort (Stadt – wenn du von außerhalb bist – bzw. Stadtteil)
  • Derzeitiger schulischer Status (Jahrgang, geplanter Abschluss)
  • Besondere Kenntnisse und Fähigkeiten und wie bzw. wo sie erworben wurden
  • Besonders lehrreiche Zeiträume wie Praktika oder Auslandsaufenthalte etc.
  • Eigene Stärken und Ziele
  • Persönliches wie Hobbys, ausgeübte Sportarten und Ähnliches
  • Ein abschließender Satz, warum genau diese Ausbildung in genau dieser Firma zu dir passt

„Nennen Sie uns Ihre persönlichen Stärken/Schwächen.“

Diese Frage wird fast immer gestellt – und ist sicherlich eine der schwersten. Absolut abzuraten ist von Standardantworten wie „Meine Schwäche ist mein Perfektionismus“ und „Ich bin besonders gut in Teamwork.“ Die erste Antwort ist ungünstig, weil sie eine für viele Jobs positive Eigenart als negativ verkaufen möchte. Die zweite, weil sie zu allgemein ist.

Nenne nur Schwächen und Stärken, für die du konkrete Beispiele hast und wähle Schwächen, an denen du bereits erfolgreich arbeitest. Ein Beispiel wäre: „Ich bin oft unsicher, wenn ich vor Menschen sprechen soll. Aber ich bin jetzt Mitglied einer Rhetorik-AG an meiner Schule und mein Lampenfieber vor Vorträgen hat sich schon deutlich gebessert.“ Natürlich sollte das mit dem Kurs auch stimmen. Oder: „Ich habe großes Lampenfieber, wenn ich vor vielen Menschen sprechen soll. Aber es ist schon viel besser geworden, seit ich mich absichtlich in Situationen bringe, in denen ich das tun muss.“ Bei den Stärken ist „Teamwork“ durchaus eine gute Antwort, wenn eine Erklärung folgt: „Ich habe beim letzten mehrmonatigen Gruppenprojekt in der Schule gemerkt, wie viel Spaß es mir macht, mit anderen zusammen Lösungen zu suchen und Ergebnisse zu erzielen.“

„Warum möchten Sie gerade bei uns anfangen?“

Du weißt selbst am Besten, was genau dich an diesem Unternehmen reizt. Ist es, weil die Ausbildung dort spezielle Themen einbezieht, die dich besonders interessieren? Fandest du die Branche schon immer spannend und willst daher zum Marktführer? Oder willst du bewusst in einem kleineren Betrieb anfangen, weil du in möglichst viele Bereiche Einblick erhalten möchtest – und zudem hast du bisher nur das Beste über das Unternehmen gehört? Überlege vorab, welches der für dich entscheidende Grund für die Bewerbung war.

„Warum denken Sie, Sie sind der/die Richtige für diese Aufgabe?“

(Fast) niemand lobt sich selbst gerne – aber das ist hier durchaus gefragt. Stelle heraus, welche Anforderungen aus der Stellenanzeige du erfüllst und welche weiteren aufgabenrelevanten Fähigkeiten du mitbringst. Du kennst die Firmenphilosophie und weißt, worauf das Unternehmen besonders stolz ist? Vielleicht ergibt sich hier ein Anknüpfungspunkt.

„Haben Sie sich auch bei anderen Unternehmen beworben?“

Hier mit „Nein“ zu antworten, ist unglaubwürdig, denn natürlich bewirbt man sich mehrfach. Sei ehrlich, aber nicht zu ehrlich: Bei drei anderen Unternehmen ist in Ordnung, bei 20 anderen nicht. Der Personalmanager möchte erfahren, ob du gezielt suchst – also beispielsweise innerhalb einer bestimmten Branche. Nenne aber nicht den größten Konkurrenten! Besser sind Unternehmen derselben Größe einer verwandten Branche oder derselben Branche, aber mit einem anderen Leistungsangebot. Suche einen Punkt, warum dort zu arbeiten interessant sein könnte, und betone dann, dass das Unternehmen, bei dem du dich aktuell vorstellst, die erste Wahl wäre.

„Haben Sie noch irgendwelche Fragen an uns?“

Diese Frage markiert das Ende des Vorstellungsgesprächs – begib dich aber noch nicht gedanklich auf den Heimweg. Jetzt kannst du dem Personalmanager zeigen, wie interessiert du an seinem Unternehmen und der Stelle wirklich bist. Stelle am besten konkrete Detailfragen. Allgemeine Fragen nach Standorten des Unternehmens oder der Mitarbeiterzahl zeigen in der Regel nur, dass du die Unternehmenswebsite nicht gelesen hast. Stelle außerdem keine Fragen zu deinen Vorteilen als Mitarbeiter – also nach der Anzahl der Urlaubstage oder der Möglichkeit, freitags im Homeoffice zu arbeiten.


Gute Fragen an den Personalmanager sind:

  • Wie groß ist das Team, in dem ich arbeiten werde?
  • Wer ist mein direkter Vorgesetzter (sofern er nicht anwesend ist)?
  • Gibt es Förderprogramme für besonders engagierte Beschäftigte?
  • Welches Wissen sollte ich mir vor dem Start unbedingt noch aneignen?
  • Wo ist meine Berufsschule?

Private Fragen

Abschließend noch ein kurzer Hinweis darauf, dass du nicht alle Fragen beantworten musst. Fragen zu politischer Einstellung, Religion oder sehr private Fragen sind gesetzlich verboten. Wenn der Personalmanager aber nach deinem Lieblingshobby fragt, möchte er einfach nur erfahren, was für ein Mensch du bist: eher introvertiert, sportbegeistert, kommunikativ? Natürlich ist hier auch Vorsicht geboten: „Feiern mit Freunden“ ist ebenso wenig eine gute Antwort wie „Motorradrennen und Base-Jumping“. Schließlich will das Unternehmen lange (und nüchtern) etwas von dir haben.