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Jugendschutz in der Ausbildung

Die allgemeinen Regelungen des Jugendschutzgesetzes gelten für dich, wenn du mit einer Ausbildung beginnst, bevor du 18 Jahre alt wirst. Bevor es mit der Ausbildung losgehen kann, musst du erst einmal eine ärztliche Voruntersuchung durchlaufen. Danach darfst du zwar arbeiten, aber nur im Rahmen der Grenzen des Jugendschutzes. Keine Sorge: Es ist eine Menge erlaubt.

Die Bescheinigung der ärztlichen Erstuntersuchung muss bereits vor der Ausbildung vorliegen. Allerdings muss das Attest deiner Arbeitsfähigkeit nicht brandneu sein: 14 Monate lang ist die Bescheinigung gültig. Wirst du nicht innerhalb des ersten Ausbildungsjahres volljährig, ist nach zwölf Monaten eine zweite Untersuchung vorgeschrieben. Dein Ausbilder sollte dich zwar rechtzeitig daran erinnern, aber merk dir das Datum am besten selbst – man wird beeindruckt sein, wie organisiert du bist.

Arbeitszeiten in der Ausbildung

Von wann bis wann du genau arbeiten musst in der Ausbildung, hängt vom Job, der Branche, dem Unternehmen und deinem Chef ab. Manche Firmen bestehen auf einen Arbeitstag von neun bis 18 Uhr, andere erlauben Gleitzeit. Grundsätzlich darf die Arbeit nicht vor sechs Uhr morgens beginnen oder nach acht Uhr abends enden. Doch es gibt Ausnahmen im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG): Wer eine Bäckerlehre macht, muss mitunter schon um vier in der Backstube stehen; wer in der Gastronomie lernt, hat erst um 22 Uhr Feierabend.

Sobald du volljährig bist, gelten nur noch die Regelungen des „normalen“ Arbeitsrechts. Dein Arbeitstag darf dann jederzeit beginnen oder enden.

Acht Stunden pro Tag plus eine Stunde Pause

Für minderjährige Azubis ist nach acht Stunden pro Tag Schluss. Mal eine halbe Überstunde ist erlaubt, solange eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden nicht überschritten wird.

Außerdem hast du ein Anrecht auf regelmäßige Pausen. Als „Pause“ gilt eine Auszeit übrigens erst, wenn sie mindestens 15 Minuten dauert. Raucherpausen sind damit keine Pausen nach dem Arbeitsrecht und müssen individuell mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden. Wer einen vollen Achtstundentag arbeitet, dem muss eine 60-minütige Pause gewährt werden – und zwar am Stück. Wer zwischen viereinhalb und sechs Stunden arbeitet, hat Anrecht auf 30 Minuten.

Freie Wochenenden sind Gesetz

Für Minderjährige in einer beruflichen Ausbildung besteht die Arbeitswoche aus fünf Arbeitstagen, und zwar von Montag bis Freitag. Die Wochenenden sieht das Jugendarbeitsschutzgesetz als grundsätzlich frei an. Wieder mit einem „Aber“: In der Gastronomie oder im Handel darfst du auch am Samstag, in der Gastronomie sogar jeden zweiten Sonntag eingesetzt werden. Allerdings muss dein Arbeitgeber dann dafür sorgen, dass du zu einem anderen Zeitpunkt in der Woche zwei aufeinanderfolgende Tage frei hast.

Arbeiten an Feiertagen

Nahezu dieselben Ausnahmen gelten für die Feiertage. Am 24. und 31. Dezember aber ist in jedem Fall, unabhängig von der Branche, um 14 Uhr Feierabend. Der 25. Dezember, Neujahr, der erste Osterfeiertag sowie der Tag der Arbeit (1. Mai) sind immer und ausnahmslos frei für dich – bis du volljährig wirst.

Urlaubsanspruch in der Ausbildung

Das Schönste an der Arbeit ist der Urlaub. Zumindest wichtig ist er, um neue Kraft zu schöpfen. Als 15-Jähriger hast du laut Gesetz Anspruch auf 30 Werktage Urlaub, als 16-Jähriger auf 27 Werktage und als 17-Jähriger auf 25 Werktage. Danach gilt das normale Arbeitsschutzgesetz, das dir 24 Werktage gewährt. Wohlgemerkt: Werktage – und davon hat die Woche sechs. Mit 30 Tagen Urlaub kannst du also fünf Wochen Urlaub am Stück machen, wenn dein Ausbildungsbetrieb dich lässt. Mindestens zwei Wochen am Stück muss er, gesetzlich vorgeschrieben, aber auf jeden Fall erlauben, damit du auch wirklich erholt zurückkommst.